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Spielzeit
2022/23



Die ersten Opern wurden für große Festlichkeiten vor gut 400 Jahren geschrieben. Seitdem experimentieren immer neue Generationen damit, wie sich Musik und Theater kombinieren lassen.In immer neuen Weisen lassen Gesang, Instrumentalmusik, Spiel, Text und Beiträge der bildendenKunst ungeahnte Welten entstehen. Dabei gab es schon immer Zweifel: Üblicherweise singen Menschen nicht, wenn sie miteinander reden. Warum tun sie es auf Bühnen manchmal doch? Ist es nicht unrealistisch, wenn Sterbende noch arienlang aus ihrem Innenleben berichten? Oder findet hier eine Wirklichkeit ihren Ausdruck, über die ohne Musik schwer zu kommunizieren ist?

Auch in Münster 2022/23 gehen wir zusammen mit Ihnen weiter auf diese feierliche Suche: Unser Musiktheater wird ein Ort des Spiels mit den unterschiedlichsten Möglichkeiten sein, die Musik, Text, Szene und Raum miteinander entfalten können. Dabei stehen immer Themen aus unserer Welt am Anfang. In unserer ersten gemeinsamen Spielzeit wird uns in sieben Premieren das Verhandlungsfeld rund um Jung und Alt beschäftigen, in bekannten Repertoirestücken, Neuentdeckungen vergessener Werke, Uraufführungen, die auf aktuellen Recherchearbeiten unserer Gegenwart basieren, und verschiedenen spartenübergreifenden Produktionen.

Katharina Kost-Tolmein

Leben des Orest

Ernst Křenek

MUSIKALISCHE LEITUNG Golo Berg
INSZENIERUNG Magdalena Fuchsberger
BÜHNE UND KOSTÜME Monika Biegler
VIDEO Aron Kitzig
CHOREOGRAFIE Alexander Novikov

Orest muss lange wandern und viel erleben, bis der Familienfluch ihn entlässt. Opulent und unterhaltsam schildert die Oper Leben des Orest die antike Geschichte mit ungeahnten neuen Wendungen. 1930 wurde sie mit großem Erfolg uraufgeführt. Ihr Komponist Ernst Křenek wurde 1933 von den Nationalsozialisten mit einem Aufführungsverbot belegt, sodass das Werk heute kaum noch bekannt ist. Dabei gelang ihm mit allen Mitteln der großen Oper des 19. Jahrhunderts, Jazz-Idiomen und volkstümlicher Wiener Vorstadtmusik ein eingängiges Stück über die Suche des Orest nach seinem eigenen Weg aus der Tragödien­familie der antiken Orestie. Leben des Orest ist Teil unserer Orestie-Reihe zusammen mit Orestie im Schauspiel, Furien im Tanz und Elektra von Richard Strauss.

PREMIERE
1. Oktober 2022
Großes Haus

Aspects of love

Andrew Lloyd Webber/ David Garnett/Michael Kunze

MUSIK Andrew Lloyd Webber
GESANGSTEXTE Don Black & Charles Hart
Basierend auf der Novelle von David Garnett
DEUTSCH VON Michael Kunze
MUSIKALISCHE LEITUNG Henning Ehlert
INSZENIERUNG Carsten Lepper
BÜHNE Charles Quiggin
KOSTÜME Aleš Valášek
CHOREOGRAFIE Vanni Viscusi

Unter den Musicals des weltberühmten Komponisten Andrew Lloyd Webber ist Aspects of Love ein echter Geheimtipp. Die Geschichte rund um Alex Dillingham, der erst die Schauspielerin Rose, dann deren Tochter Jenny und schließlich die schöne Muse Giulietta liebt, ist gefühlvoll-romantisch und witzig zugleich. Liebe, Leidenschaft und Treue, aber auch Verlust, der Konflikt der Generationen und das Leben mit und um die Kunst sind Aspekte der Liebe in Webbers Werk. Alle Personen lieben und verlassen einander und lassen sich doch nie aus den Augen. Regisseur und Musicaldarsteller Carsten Lepper stand bei der Deutschen Erstaufführung 1997 einst als Alex auf der Bühne – nun, eine Generation später, kehrt er mit einer eigenen Interpretation des Musicals und all seinen eingängigen Songs in seine Heimat, das Münsterland, zurück.

PREMIERE
26. Oktober 2022
Großes Haus

Elektra

Richard Strauss/Hugo von Hofmannsthal

MUSIKALISCHE LEITUNG Golo Berg
INSZENIERUNG Paul-Georg Dittrich
BÜHNE UND KOSTÜME Christoph Ernst
VIDEO Kai Wido Meyer

So schroff und mutig wie in seiner Elektra schrieb Richard Strauss nach 1909 nie mehr. Mit Hugo von Hofmannsthal schuf er – aus den Salons der Jahrhundertwende kommend – ein Werk von seltener Geschlossenheit und überwältigender musikalischer Wirkung. Elektras Besessenheit, Rache für den Tod ihres Vaters zu nehmen, lässt sie mit der Mutter Klytämnestra und Schwester Chrysothemis brechen und in nun über 100 Jahren Auf­führungsgeschichte als verstörend konsequenter Racheengel in einem hermetischen System von Abhängig­keiten und Schuld überdauern. Die Münsteraner Inszenierung von Paul-Georg Dittrich in der Ausstattung von Christoph Ernst eröffnet eine Vielzahl von Perspektiven auf diese Oper und ihre beeindruckende wie schmerzvolle Wirkungsgeschichte.

PREMIERE
18. Dezember 2022
Großes Haus

Spartenübergreifende Uraufführung

Und wenn ich von der Zeit spreche spreche ich von der Zeit die schon nicht mehr ist (am Rande des Rollfelds)

Thomas Köck

REGIE Mareike Mikat
MUSIK Enik
MUSIKALISCHE LEITUNG Thorsten Schmid-Kapfenburg
CHOREOGRAFIE Judith Sánchez Ruíz
BÜHNE UND KOSTÜME Thea Hoffmann-Axthelm

„ein chor wird in die vergangenheit geschickt (unsere gegenwart) und beauftragt festzustellen, was in der vergangenheit schiefgegangen ist. weil, in der zukunft sieht es nicht wahnsinnig gut aus, die zeit ist offensichtlich ungerecht verteilt, in alle richtungen, und überhaupt funktionieren die verträge, die die zeiten aneinanderhalten sollen, nicht mehr, und es gab ein ereignis an einem bestimmten tag, und darauf steuert das ganze zu. allerdings glaubt dem chor in der gegenwart niemand, dass er aus der zukunft kommt. über die zeit zerfällt der chor: einige werden influencer, andere vermarkten ihre kassandrarufe anderweitig, ein paar machen theater, kurzum, die eigentliche krankheit ist das individuelle wachstum, das keine verantwortung für kommende generationen besitzt.“

PREMIERE
28. Januar 2023
Großes Haus

Rigoletto

Giuseppe Verdi/ Francesco Maria Piave

MUSIKALISCHE LEITUNG Henning Ehlert
INSZENIERUNG Cordula Däuper
BÜHNE Friedrich Eggert
KOSTÜME Sophie du Vinage

Wer kennt nicht „La donna è mobile“, die große Arie des Herzogs, der Rigolettos Tochter Gilda verführt und Vater und Kind zerbricht? Giuseppe Verdi gelang es, die Geschichte des Außenseiters Rigoletto musikalisch so auszugestalten, dass seit 1851 ein breites Publikum immer wieder mit ihm und seiner Tochter mitfühlt. Dabei führte schon die Dramenvorlage von Victor Hugo 1832 in Paris zum sofortigen Spielverbot, und auch Verdi musste die Handlung gut verpacken, um sie in all ihrer Härte an der Zensurbehörde vorbei zu lenken. 2023 erzählen wir sie aufs Neue: eine Geschichte von Erniedrigung, Verführung, Verblendung, Liebe und Tod – und auch eine Geschichte zweier Generationen.

PREMIERE
18. Februar 2023
Großes Haus

Madrigale von Krieg und Liebe (AT)

Claudio Monteverdi

MUSIKALISCHE LEITUNG Clemens Flick
INSZENIERUNG Tom Ryser
BÜHNE UND KOSTÜME Stefan Rieckhoff
CHOREOGRAFIE Annie Hanauer

Wenige Jahre vor seinem Tod entschied sich der alte Claudio Monteverdi, Erfinder der Oper und genialer Komponist des 17. Jahrhunderts, in seinem 8. Madrigalbuch noch einmal verschiedene Gesangsstücke im Druck zusammenzufassen und damit für die Nachwelt zu erhalten. Vom Krieg und von der Liebe handeln sie, und das 1638, zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs, in der das Miteinander in ganz Europa auf eine harte Probe gestellt wurde. Sehnsucht, Verlust und Erfüllung werden noch einmal auf die Spitze getrieben, bevor sich das Leben für immer von ihnen verabschiedet. Die Inszenierung verbindet die Tage der Barockmusik mit den ersten Feierlichkeiten zum 375-jährigen Jubiläum des Westfälischen Friedens.

PREMIERE
22. April 2023
Großes Haus

Uraufführung

Great Open Eyes

Manuel Zwerger, Carolyn Amann & Carmen C. Kruse

MUSIKALISCHE LEITUNG Henning Ehlert
KONZEPT UND INSZENIERUNG Carmen C. Kruse
BÜHNE Valentin Mattka
KOSTÜM Ulf Brauner
VIDEO Susanne Brendel
CREATIVE PRODUCER Leonora Scheib

Eine Kooperation mit Civic Opera Creations

Was passiert mit Menschen in großer Trauer? Wie erlebt man den Verlust geliebter Angehöriger, gar des eigenen Kindes? In Ibsens Drama Klein Eyolf passiert dem Paar Rita und Alfred genau das: Sie verlieren ihr einziges Kind. Die Uraufführung Great Open Eyes nimmt sich des Themas Trauer in einem immersiven Abend an, bei dem das Publikum eng mit den Spielenden und Musizierenden zusammen und die Erfahrung von Verlust in den Mittelpunkt rückt. Carmen C. Kruse und ihr Team treten dafür schon früh in Austausch mit Münsteraner Institutionen und Personen, die sich mit Trauer beschäftigen.

PREMIERE
13. Mai 2023
Kleines Haus

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